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Vamos Baja California 2026 – Update

Stille!
Das Boot dümpelt in der Sea of Cortez mit ca. 10 anderen kleinen Pangas in dem großen Becken von ..
Niemand spricht – auf keinem Boot, denn der Schall trägt die Stimmen weit Alle Boote haben den Motor abgestellt. Ehrfurcht liegt in der Luft.
Es ist einer dieser Tage, wie wir sie aus der Sea of Cortez kennen – sie ist seidig still wie ein See.  Freudige, gespannte Aufmerksamkeit liegt in der Luft. Hier und da laufen Tränen…
Und dann, hört man es schon, in Bootsnähe steigt ein ca. 10 Meter hoher Geysire in die Luft begleitet von dem kraftvollen Blas des Blauwals der gerade ausatmet. Dann auch auf der anderen Seite des Bootes und etwas weiter weg auch. Und in der Ferne. Das Luxusproblem: Wo schaue ich hin? Ein rotierender Kopf wäre jetzt nicht schlecht…

Wie viele sind es wohl? Blauwale, das größte Lebewesen, welches je auf diesem Planeten gelebt hat. Biologisch/physikalisch hat dieses Wesen diese Grenzen ausgereizt.
Es ist eine Jahrzehntsichtung. Es DAS Baja Blauwaljahr. Es ist ganz einfach: viel gutes Futter, viel Krill ist dies Jahr hier zu finden – auch die außergewöhnlichen großen Schwärme von Vögeln bestätigen das.  
Deswegen sind mehr Blauwale als sonst da. 30 wurden identifiziert. Scheinbar hatten sie sich alle an diesem Tag genau dort versammelt und unsere Vamos Baja Gruppe war mittendrin statt  nur dabei. Was für ein Geschenk!
Man es sich nicht ausdenken und manchmal sind die Sichtungen besser als man es sich je vorstellen kann. Unsere Gäste dachten vermutlich: Das ist hier immer so.
Nein, jedes Jahr ist anders. Allen voran sind die klimatische Situation und die Wassertemperatur entscheidend, wie produktiv das Meer ist, sprich ob es viel Krill gibt.

Dann wieder der Blas direkt neben dem Boot – diese Kraft eines fast 30 Meter langen Wesens zu spüren. 100 Tonnen Masse, die durch das Wasser pflügen und die Wasseroberfläche durchbrechen, um zu atmen. Auf 100 – 400 Meter Wassertiefe fressen Blauwale in der Regel Und sie fressen nur, wenn es sich lohnt. Wenn der Krillteppich zu dünn ist, fangen sie gar nicht erst an… Der energetische Aufwand ist zu groß.

In diesem Jahr 2026 gab es auch eine Sichtung von einer hellen Blauwalkuh mit Kalb. Vermutlich sind die beiden keine Albinos mit roten Augen sondern es handelt sich um Leuzismus. Einfach eine deutlich hellere Pigmentierung.

Was soll ich sagen, außer: Was für ein Geschenk! Mehr Kairos geht nicht: Zur rechten Zeit am rechten Platz.

Wenn eine Reise gleich auf der ersten Fahrt mit einem Double Breach beginnt, dann kann ich nur sagen: WOW! Das bahnt sich gut an.
Was ein Double Breach ist? Zwei Buckelwale springen gleichzeitig aus dem Wasser!!!
Ich habe Jahre dafür gebraucht, um so etwas einmal sehen zu dürfen.
Und tatsächlich erinnere ich 2019 vor Moorea zu eine Situation. Damals wusste ich noch nicht, dass es Abschiedsbild sein würde. Denn 2020 hat sich vieles verändert, besonders im Reisesektor und auch im Leben von Mana und mir die intensive Phase des Begleitens unserer Reisen fand ihren natürlichen Abschluss. Wir reisen immer noch… aber deutlich weniger, da wir andere Aufgaben im Leben haben.

Doch zurück zu unserer Vamos Baja Gruppe 2026 – nach dem Double Breach folgte ein verspieltes Kalb. Die Kälber trainieren dabei ihre Muskeln und stärken diese, sehr wichtig! Denn ihnen steht eine lange Rückreise in die kalten Nahrungsgründe von z.B. Alaska an der Seite ihrer Mum bevor.
Auch die zweite Buckelwaltour ist voller schönen facettenreicher Verhaltensweisen. Die Buckelwale geben ihr Bestes! Und unser Dreamteam Jana und Christina auch. Freudig und bezogen mit Humor und Leichtigkeit reisen sie gemeinsam mit unseren Gästen durch die erlebnisreichen Tage.

Danach stehen die Walhaie auf dem Programm. In 2025 waren sie schon fort gezogen. Jedes Jahr werden die Meereskarten neu gemischt. Doch dies Jahr sieht es gut aus.

Und dann wieder so ein Sea of Cortez Tag – das Meer still, seidig – perfekte Bedingungen um mit zu den Walhai Teenies von ca. 5 – 7 Metern Länge ins Wasser zu gleiten. Auch nicht so geübte Menschen mit weniger Schnorchelerfahrung können sie Situation genießen. Natürlich gibt es auch immer Unterstützung durch die Guides an Bord.
Schnell merkt jeder: Es ist ein Fisch!
Der Unterschied zwischen einem hochentwickelten Meeressäuger und einem Fisch wird persönlich erfahrbar und spürbar. Und das ist wertfrei gemeint. Einfach anders.

Dann geht es ins Grauwalcamp vor Sonnenaufgang bricht die Gruppe auf… und die Zeit wird der Sun Downer der Reise – in dem Sinne: Es sind kaum Grauwale in der Lagune. Noch nie hatten wir eine so niedrige Zahl an Walen dort vorgefunden. „Normal“ sind es um die 180 Wale…
Diesmal waren es 10 und kein Mutter/Kalb Paar dabei. Es ist das Blauwal Jahr der Superlative und ein ungewöhnliches Grauwaljahr – die Wale sind sozusagen vorzeitig abgereist, weil das Wetter zu gut, zu warm, zu seicht war. Obwohl es in den Camptagen auch einen halben Tag geregnet hat, das hatten wir auch erst einmal. Wetter und Wale haben wir einfach nicht im Griff!

Bei Ebbe waren keine Wale in der Lagune, es wurde vermutet von dem Team vor Ort, dass das flache Ebbewasser zu warm war, so dass die Wale nur mit der Flut wieder zurück in die Lagune kamen.
Unsere Gäste haben keinen Vergleich…aber wir. Mana und ich versuchen zu erinnern und wir hatten noch nie eine Campzeit, in der nicht mindestens einmal ein Wal nah am Boot war und berührt werden konnte.
Unsere Gäste nehmen es sportlich und genießen die wunderbare Campzeit dennoch sehr. Das Ambiente und die Atmosphäre ist zu einmalig, um keine gute Zeit zu haben. Und Kontraste lassen uns viel mehr schätzen, was wir geschenkt bekommen.

Das Camp zieht um und innerlich nehmen wir Abschied von diesem besonderen Ambiente und Setting, dass für über 10 Jahre auch eines unserer Zuhause war. Offene System passen sich an und so wird das umgezogene Camp nicht schlechter sein, nur anders und vielleicht etwas lebendiger, da das Tages- und das Wissenschafts-Camp gleich neben an sind. Leben ist Veränderung. Zurück bleibt Dankbarkeit für die gute Zusammenarbeit, das fast familiäre Gefühl, diese vielen zauberhaften Momente an Land und den Walen ganz nah in der Lagune.